Das englische Wort ‚Sabbatical’ leitet sich von dem Begriff Sabbat ab, uns wahrscheinlich aus der jüdischen Religion bekannt. Nach dem biblischen Bericht sollten die Juden nicht nur alle 7 Tage von Ihrer Arbeit ruhen, sondern auch jedes siebte Jahr alle ihre Felder und Weingärten unbewirtschaftet lassen. Dazu sollten Sie im Vorjahr Reserven anlegen. Da es sich damals um eine Agrargesellschaft handelte, hatten die Juden in diesem Jahr keine Arbeit, sie sollten sich wohl vorwiegend spirituellen Interessen, d.h. der Anbetung Gottes widmen.
Wenn heute jemand von seinem Sabbatjahr
oder Sabbatical spricht, meint er damit einen zeitlich begrenzten Ausstieg aus
seinem bisherigen Lebensrhythmus. Eine Auszeit von der ‚normalen Arbeit’ für
ein Jahr oder mehrere Monate. Was jemand in dieser Zeit tut oder macht, hängt
zum großen Teil von den individuellen Vorstellungen ab: Reisen, ehrenamtliche
Tätigkeit aller Art (auch verbunden mit Reisen), geistige Fortentwicklung,
Verwirklichung persönlicher Ziele, und vieles mehr...
Literatur
zum Thema ‚Sabbatical’ (durch Klick wird die Buchbesprechung geöffnet)
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Die Gründe und Vorteile einer solchen
Auszeit sind vielfältig: Der Wunsch anderen zu helfen (z.B. in der
Entwicklungshilfe, in missionarischer Mission, Arbeit mit Behinderten,
Naturschutz, im Verein, usw.), sich seinen Kindern zu widmen, andere Kulturen
besser als nur im Vier-Wochen-Urlaub kennen lernen zu wollen, sich selbst
fortzuentwickeln, den eigenen Horizont weiterentwickeln zu wollen, sich vom
stressigen Alltag zu erholen, neue Ideen und Impulse zu sammeln...
Für viele wird der Alltag heute immer
stressreicher, allein die Aussicht mehr als 45 Jahre der besten Lebenszeit
allein nur im täglichen ‚Hamsterlaufrad’ zu verbringen (und dann alsbald mit
Herzinfarkt zum Pflegefall zu werden), zeigt den Sinn einer solchen ‚Auszeit’.
Viele Künstler nehmen sich solche Pausen um neue Ideen zu sammeln, auch andere
Berufe können nach einem ‚Sabbatical’ von der gesteigerten Motivation und
Kreativität einen Nutzen ziehen. Nicht zuletzt kann sich jeder persönlich
fortentwickeln, seine Lebensplanung überdenken, neue Energien sammeln und
Abstand zu unserer oft so eingefahren Perspektive gewinnen.
In solchen Zeiten kann man eine ganze
Anzahl nützlicher Fertig- und Fähigkeiten erwerben, kommunikative Fähigkeiten
beispielsweise, denn der Umgang und die Verständigung mit anderen Personen und
Kulturen schärft diese Fähigkeit. Auch die Fähigkeit auf unkonventionelle Weise
Probleme zu lösen, wird wohl zwangsläufig trainiert werden müssen. Oder eine
Fremdsprache zu beherrschen, oder besser zu beherrschen. Wer sich etwas
Gedanken macht, dem werden mit Leichtigkeit weiter Aspekte einfallen...
Zu
teuer!? (oder: Wer kann sich das leisten?)
Man gönnt sich ja sonst nichts!
Sich eine solche Auszeit leisten zu können
ist gar nicht so schwer. Und schon gar nicht ist sie etwas nur für ‚Begüterte’.
Zum einen bieten verschiedene Unternehmen inzwischen Programme an, die eine
solche Auszeit fördern (z.B. Siemens, BMW, Lufthansa, der öffentliche Dienst),
da kann man beispielsweise Arbeitszeit ansparen und ‚abfeiern’, oder man erhält
für einige Zeit einen geringeren Lohn, dafür ein halbes Jahr frei (bei
Lohnfortzahlung). Aber auf der anderen Seite ist auch anderen Arbeitnehmern der
Weg nicht versperrt, sparen kann schließlich jeder der über ein einigermaßen
solides Einkommen verfügt und viele Arbeitgeber sind bereit unbezahlten Urlaub
zu gewähren. Man könnte auch die Zeit zwischen einem Arbeitgeberwechsel etwas
ausdehnen und so einige Monate herausschinden...
Letztendlich ist es hauptsächlich eine
Sache der Priorität, denn wer Wert auf einen möglichst hohen gesellschaftlichen
Status (oder was er dafür hält) legt und meint er müsste regelmäßig den neuesten
Wagen, die größte Wohnung, die beste Stereoanlage, modernste Klamotten aus dem
Designerladen, und sonstige Luxusgüter (die Liste könnte fast endlos erweitert
werden!) sein Eigen nennen, dem kann es wohl passieren, dass er sich ein
Sabbatical nicht leisten kann. Dabei mag er fürs Sabbatical gerade einmal den
Betrag ‚verbrauchen’, den er in 1-3 Jahren für die Leasingrate seines Fahrzeug
ausgegeben hat.
Denn schließlich muss ein Sabbatical nicht
viel ‚kosten’. Denn laufende Kosten lassen sich meist reduzieren: die Wohnung lässt
sich untervermieten, Telefon (und anderes) lässt sich abmelden, Autos lassen
sich verkaufen oder vorübergehend stilllegen. Wer sich auf die große Reise
begibt, kann sich Länder mit niedrigen Lebenshaltungskosten aussuchen und so
viel Geld sparen. Der Sinn eines Sabbaticals hängt nicht vom verbrauchten Geld
ab, gerade dem täglichen Konsumzwang zu entfleuchen mag eine nützliche
Erfahrung sein...
Der Schritt real eine Auszeit für sich
persönlich zu erwägen, mag vielen zunächst etwas schwer fallen. Zuviel scheinbare
Sicherheit bietet uns der tägliche Trott und die vertraute Umgebung. Doch nach
einer kürzlich veröffentlichten Umfrage sind über 70 % der Deutschen einem
solchen Gedanken nicht abgeneigt. Wer daher darüber nachdenkt, dem sei geraten
in seiner Bekanntschaft und Umgebung nach Personen zu suchen, die diesen
Schritt ein- oder mehrmals im Leben gewagt haben. Fragen Sie bei diesen
Menschen nach, welche Erinnerungen, Erfahrungen, Eindrücke und Empfehlungen sie
haben. Eine Erfahrung wird man selbst bei diesen Gesprächen bestimmt machen –
es gibt nur ganz wenige die schlechte Erfahrungen gemacht haben. Und die
meisten dieser Personen machen irgendwie einen recht glücklichen Eindruck –
zumindest wenn sie von Ihrem Sabbatical reden.
Nachfolgend einige Links zum Thema
(alphabetisch geordnet). Dem Interessierten sei empfohlen eigene Recherche zu
betreiben.
§
aussteigenaufzeit.de
– Seite einer Buch-Autorin zum Thema
§ das-parlament.de – der öffentliche Dienst als Vorreiter!
§ dieweltenbummler.de – Erfahrene Sabbaticaler
§ Ausstieg auf Zeit – Eine "Sabbatical"-Agentur bietet Ihren Service an
§ focus.de – Artikel einer bekannten Zeitschrift zum Thema
§
jobpilot.de
- ein Artikel zum Thema
§ managementundtraining.de - Nutzenaspekte (suchen: Sabbatical)
§ nebenjob.de - ein Artikel zum Thema