Präkolonial Kolonialzeit Unabhängigkeit 20. Jahrhundert
| Vor ?000 Jahren |
Besiedlung des Kontinents durch Einwanderung aus Asien über die Beringstrasse und Nordamerika |
| Ab 1000 v. Chr. |
Erste Kulturen entwickeln sich, Monumente, Textilien, Metallarbeiten |
| Etwa 300 v. Chr. |
Pucará-Kultur nördlich des Titikakasees |
| Etwa 1 n. Chr. |
Tiwanaku-Kultur (Ruinen bei La Paz zu besichtigen), die erste Hochkultur entwickelte sich. |
| 370 - 900 n. Chr. |
Klassische Phase der Tiwanaku; die Tiwanaku beeindrucken bis heute durch ihre erstaunliche monumentale Architektur, Bautechniken, Ton- und Metallarbeiten, Bewässerungstechniken, usw. Moxos-Kultur im Tiefland ist noch fast unerforscht, diese Menschen lebten in perfekter Anpassung an die Natur, aus der Luft sind Konstruktionen von Hügeln und Kanälen angeblich noch heute zu erkennen. |
| 900 - 1200 n. Chr. |
Imperiale Phase der Tiwanaku; Ausdehnung des Reiches, schließlich Zerfall |
| 1200 - 1400 n. Chr. |
Kleine Nachfolgekulturen der Tiwanaku; aber auch Kulturen in anderen Teilen Boliviens: Mollo-Kultur tropischen Flachland, Yampez-Indianer, Uru-Völker sowie die kriegerischen Chiriguano In Peru entwickelte sich die Kultur der Inka, bis zum 15. Jahrhundert stachen sie nicht wesentlich hervor aus den anderen Völkern. Ihre Kultur zeigte deutliche Anleihen bei den Tiwanaku, die von manchen Wissenschaftlern als „Mutter“ dieser Inkakultur gewertet wird. Die Inkamythologie selbst verlegt Ihren Ursprung in die unmittelbare Nähe der Tiwanaku: An den Titikakasee. |
| 1450 - 1532 n. Chr. |
Die Inka übernehmen die Kontrolle großer Teile des heutigen Boliviens, sie integrierten die noch vorhandenen Verwaltungstrukturen der Tiwanaku in ihr System. Das Inkareich ragte bis weit in den Regenwald hinein, dort stießen sie auf die Chiriguano. Bis heute finden sich Überrestee alter Festungs- und Tempelanlagen in ganz Bolivien verstreut, viele noch unerforscht. |
| Kolonialzeit (zurück) |
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| 1527 n. Chr. |
Der Inka Huayna Kapak wird Opfer der durch die Spanier und Portugiesen eingeschleppten Pockenseuche. In den Folgejahren liefern sich die zwei Söhne, Atahualpa und Huaskar einen Bürgerkrieg um die Nachfolge. |
| 1532 - 36 n. Chr. |
Atahualpa konnte den Bürgerkrieg für sich entscheiden, während der Feier zur Inthronisierung nahmen ihn die spanischen Konquista Francisco Pizarro und Diego de Almagro in einem Handstreich vor 40 000 Mann seiner Armee gefangen. Den 180 Spaniern wurde ein Palast voller Gold für die Freiheit des Inkas versprochen, die Spanier nahmen gerne das Gold aber töteten den Inkakönig trotzdem. Mit dem Tod Atahualpas war das Ende der Inkas besiegelt. Die beiden Konquista kamen wenig später wegen Streitigkeiten der Landverteilung untereinander ums Leben. |
| 1545 n. Chr. |
In Potosí wurde die reichste Silberader der Welt entdeckt, die neugegründete Stadt wurde innerhalb kürzester Zeit eine der 5 Weltmetropolen, die Spanier finanzierten mit diesem Silber zeitweise ein Viertel ihres königlichen Staatshaushaltes. |
| 1548 - 74 n. Chr. |
La Paz, Santa Cruz, Cochabamba und Tarija wurden gegründet, im Westen stießen die Spanier auf den Widerstand der Chiriguano, dabei wollten sie nach Westen einen Zugang zum Atlantik erzwingen. |
| 1675 - 1767 n. Chr. |
Jesuiten bauten Missionen im Westen und Nordwesten auf. |
| 1776 n. Chr. |
Das Vizekönigreich Peru, das im Prinzip Südamerika umfasste wurde aufgeteilt, die Verwaltung des Großteils Boliviens fiel in den Bereich des Vizekönigreichs Rio de la Plata (Argentinien), zwischen beiden Vizekönigreichen kam es bald zu Streitigkeiten. |
| 1781 n. Chr. |
Indianerrevolten konnten nur mit Mühe niedergeschlagen werden |
| Unabhängigkeit (zurück) |
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| 1809 n. Chr. |
Beginn des Unabhängigkeitskrieges, der etwa 15 Jahre dauert, ganz Südamerika kämpfte um die Unabhängigkeit im Laufe dieser Jahre. |
| 1813 - 1824 n. Chr. |
Simon Bolivar geboren in Caracas, Venezuela befreit mit seiner Armee Kolumbien, Venezuela, Ecuador und Peru, von Süden her marschiert die Armee des nun Unabhängigen Argentinien ihm und seinen Generälen entgegen. |
| 1825 n. Chr. |
Am 6. August wird die Republik Bolivien, benannt nach dem Befreier, gegründet, erster Präsident wird sein General Sucre. |
| 1829 n. Chr. |
Ein anderer General Bolivars, Santa Cruz, der bereits Präsident Perus ist, folgt Sucre auf den Präsidentenstuhl. |
| 1836 - 1839 n. Chr. |
Unter Santa Cruz peruanisch-bolivianische Union. Diese wird schließlich durch den Eingriff Argentiniens und Chiles beendet. |
| 1840 - 1849 n. Chr. |
In dieser Zeit gab es etwa 65 (!!) versuchte oder gelungene Staatsstreiche |
| Bis 1879 n. Chr. |
Die Instatibilität sorgte für den weiteren Fall Boliviens; die schnell wechselnden Präsidenten waren oft Kriminelle oder Unfähige, die z. T. Landesteile an die Nachbarstaaten verkauften. |
| 1879 - 1883 n. Chr. |
Salpeterkrieg mit Chile, Bolivien verliert reiche Salpetervorkommen und den Zugang zum Meer |
| 1899 n. Chr. |
La Paz wird nach einem Bürgerkrieg Regierungssitz |
| 1903 n. Chr. |
Aufgrund des Kautschukbooms annektiert Brasilien Acre einen großen Teil des Amazonasgebietes |
| 20. Jahrhundert (zurück) |
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| Beginn 20. Jhdt. |
Reiche Zinnvorkommen bescheren reiche Einnahmen, aber nur den Minenbaronen. Diese erlangen fast unbeschränkte Macht in Bolivien in den Folgejahren |
| 1928
- 1930 n. Chr. |
Zwei Chacokriege gehen für Bolivien verloren, etwa 50000 Soldaten verhungern und verdursten im Chaco. Bolivien verliert einen Großteil des Chacos. In diesem Landesteil wurden reiche Erdölvorkommen vermutet, daher beieinflußten zwei Ölmultis die beiden Länder zum Krieg (Standard Oil Company und Shell) In der Folgezeit entstand die Partei MNR (Nationalisten), die versuchten die Macht der herrschenden Zinnbarone zu brechen. |
| 1939 n. Chr. |
Präsident German Busch, der die Macht der Minenbarone einschränken wollte, wird in seiner Villa tot aufgefunden. |
| 1946 n. Chr. |
Der Putschist und Präsident Villaroel wird in La Paz durch den Mob gehängt.. |
| 1952 n. Chr. |
Revolution durch die MNR, die sich mit der Linkspartei verbunden hatte. Paz Estenssoro wird Präsident. Die Minen wurden verstaatlicht, die Minenbarone entthront. Den Indios wurde im Laufe der Jahrhunderte enteignetes Land zurückgegeben. |
| 1964 n. Chr. |
Militärputsch von General Barrientos |
| 1966 - 1967 n. Chr. |
Che Guevara versucht die Weltrevolution in Bolivien anzuzetteln, doch seine Anhänger (Minenarbeiter) werden niedergeschoßen, der Revolutionär schließlich gefaßt und ermordet |
| 1971 n. Chr. |
Putsch durch Banzer; Aufbau einer Geheimpolizei durch einen Gestaposchef (Klaus Altmann), der erst 1983 nach Frankreich ausgeliefert wurde. |
| 1980 n. Chr. |
García Meza wird nach einem Militärputsch Präsident. Er arbeitet eng mit der Drogenmafia zusammen und wird international isoliert. 1993 wird er wegen Mordes in 49 Fällen und weiteren Delikten zu 30 Jahren Haft verurteilt. |
| 1985 n. Chr. |
Die Inflationsmarke erreicht 25000%. Paz Estenssoro wird zum vierten Mal Präsident und leitet zahlreiche Reformen ein. |
| 1989 n. Chr. |
Aus den Wahlen ging keiner der drei Kandidaten, Goni, Banzer und Jaime Paz Zamora als Sieger hervor, Präsident wurde trotzdem der drittgenannte. Die neoliberale Politik halfen einerseits der Wirtschaft andererseits verstärkten sie noch die Armut. Die USA begannen den Kampf gegen den Kokainanbau mithilfe der Regierung, zeitgleich waren aber viele derern Mitglieder in den Drogenhandel verstrickt. |
| 1994 n. Chr. |
Goni wurde als Präsident gewählt. |
| 1997 n. Chr. |
Der ehemalige General Banzer wird Präsident. |
| 2000 n. Chr. |
Die steigende Armut der Landbevölkerung führt zu Aufständen, Streiks und Blockaden |
| 2001 n. Chr |
Eine Studie des Wirtschaftsministeriums zeigt, daß 5 von 8 Bolivianern in Armut und Unterernährung leben. |
| 2002 n. Chr. |
Goni (Gonzalo Sánchez de Lozada) wird erneut zum Präsidenten gewählt, sein Gegenkandidat Evo Morales, ein Kokagroßbauer, unterliegt nur knapp. |
| 2003 n. Chr. |
Im Januar kommt es wieder zu Aufständen unter der Landbevölkerung, iniziert durch Evo Morales, bei Ausschreitungen werden durch Polizei und Militär dutzende Menschen getötet. |